Genealogische Fachsprache (PQ)

  • paelen
    abgrenzen
  • Paläographie
    Wissenschaft von den alten Schriften
  • Palas
    Wohngebäude der Burg mit einer Halle
  • palinge
    abgrenzen
  • Paragium
    überlassung eines Lehensteils an jüngere Linien, auch Apanage.
  • Paraphe
    Handzeichen, verschlungener Namenszug
  • Paraphernalgut
    Vermögensstücke der Ehefrau, die nicht zu deren Mitgift gehören und deren Verwaltung dem Ehemann obliegt
  • Parentalia
    Totenfeier, besonders für die Eltern; Leichenrede
  • Parentel
    alle durch einen gemeinsamen Stammvater verwandtschaftlich verbundenen Personen. Im deutschen Recht des Mittelalters bildeten bei der Erbfolge der Erblasser und seine Nachkommen die erste Parentel, sein Vater und die Geschwister sowie deren Nachkommen die zweite, seine Großeltern und ihre Nachkommen die dritte Parentel.
  • Parentela
    siehe Parentel
  • Parentelordnung
    aus dem deutschen Recht des Mittelalters in das bürgerliche Recht übernommene Ordnung, nach der die Erbfolge nach der Nähe der Parentel und innerhalb dieser nach dem Verwandtschaftsgrad bestimmt wird. Die »Lineargradualerbfolge« (»Linearerbfolge«) stellt insofern eine Erweiterung der Parentelordnung dar, dass an die Stelle eines verstorbenen Sohnes dessen Sohn (und dessen Nachkommen) tritt. Seit dem 17. Jahrhundert setzte sich bei Erbstreitigkeiten das Prinzip der »Primogenitur« durch.
  • Parschalk
    halbfreier Gutsangehöriger
  • Pas
    siehe Pasch
  • Pasch
    Weide
  • Pasquille
    Schmähschrift
  • Patrimonium
    das vom Vater geerbte Gut, auch für das einem Patron gewidmete Kirchengut, Bischofsgut
  • Patron
    Schutzherr
  • Patronat
    Recht des Stifters oder (Kirchen-)Eigentümers zur Besetzung einer Stelle
  • Patronymikon
    Vaternamens (Sohn des), durch Genitivform o. ä. entstandener Familienname, wie »Alberts, Sohn des Albert«; »Driessen, Sohn des Andreas«
  • Patynghe
    Pflanzung
  • Pecunia sua
    Bürgergeld
  • Peen
    Strafe
  • peinden
    pfänden
  • Penninggelt
    Pacht
  • Persönlichkeitszeichen
    siehe Helmzier
  • Pesche
    siehe Pasch
  • Petition
    Bitte, Beschwerde
  • peupliren
    bevölkern
  • Peyn
    Strafe
  • Pfahlbürger
    Bewohner der Vorstadt
  • Pfarrsubstitut
    Stellvertreter (Beigeordneter) eines Pfarrers, der (wegen Krankheit, Alter u.a.) an der Ausübung des Amtes gehindert ist
  • Pfenniggelder
    siehe Abgabe
  • Pfründen
    kirchlichen Einnahmen ohne eigene Gegenleistung
  • Pinappel
    Tannenzapfen, Knauf auf der Kirchturmsspitze
  • Plaggen
    Moor- oder Heideflächen zum Ausstechen von Plaggen
  • Plarre
    Geschwür
  • poena
    Strafe
  • Pomerium
    Baumgarten
  • Pontificius
    Eigenmann eines Bischofs
  • Population
    Bevölkerung
  • Porter
    Bürger
  • possen
    Bepflanzen von Weiden
  • Potinge
    Bepflanzung der Stadtwälle
  • Präbende
    urspr. Mahlzeit für Mönche und Kleriker, später für Einnahmen der »Kanoniker« und für die aus einem Kirchenamt fließenden Einkünfte.
  • Prädikat
    Kennzeichen, Kennwort (z. B. Adelsprädikat »von«)
  • Praesentatio
    Vorweisung
  • Praetension
    Anspruch
  • Präsentationsrecht
    Vorschlagsrecht bei der Besetzung kirchlicher Stellen.
  • Präsenz
    Geldzahlung für Anwesenheit
  • Prästationstabellen
    (tabellarische) Erfassung aller Leistungen in Geld und sonstigen Obliegenheiten der landesherrlichen »königlichen« Untertanen des jeweiligen Amtes. Die entsprechende Tabelle wurde jeweils im Abstand von mehreren Jahren aufgestellt, gesammelt und fortgeschrieben. Von daher haben die Bände ihren Namen; man kann die Prästationstabellen als Vorläufer der heutigen Grundsteuerrollen ansehen.
  • Pravende
    siehe auch Präbende
  • Presbyterium
    Kirchenrat einer Gemeinde
  • Primogenitura
    Erb- und Nachfolgerecht des erstgeborenen Sohnes und seiner männlichen Nachkommen. Die Primogenitura war seit der »Goldenen Bulle« von 1356 bei der Erbfolge in den Kurfürstentümern von besonderer Bedeutung. Die Kurlande sollten ungeteilt bleiben und der jeweils älteste Sohn (lat.primogenitus) die Nachfolge in der »Kurwürde« antreten. Verschiedene Landesherren regelten die Primogenitura in ihren Territorien durch Hausgesetze (z. B. Brandenburg 1473, Württemberg 1482, das albertinische Sachsen 1499, Bayern 1506). Neben dem Erbrecht des Adels hatte das ius primogeniturae (»Recht der Primogenitura«) Bedeutung bei »Familienfideikomissen« (»Majorat«).
  • Proband
    Ausgangsperson, von der eine familiäre Linie aufsteigend oder absteigen beginnt; wie z. B. die Ausgangsperson, von der eine Ahnentafel startet.
  • Puddelverfahren
    Das Puddelverfahren kam um 1784 in England auf und war die erste halbwegs effiziente Methode, dem Roheisen (aus dem Hochofen) den Kohlenstoff zu entziehen, das heißt, Stahl herzustellen. Der Begriff geht zurück auf »to puddle« (= Teig umrühren). Der Arbeiter am Puddelofen (= »puddling-furnace«) wurde in England wie auch in Deutschland »Puddler« genannt, das Produkt »puddle-iron« bzw. »Puddeleisen«. Später wurde das Puddelverfahren abgelöst durch bessere großindustrielle Verfahren, wie z. B. die Blas- und Konvertertechnik (»Bessemer-Verfahren«, »Siemens-Martin-Verfahren«), bzw. durch die Elektroöfen für hochlegierte Stähle.
  • pudica
    sittsam
  • Pupillenkollegium
    Vormundschaftsbehörde
  • Quadriennium
    Zeitraum von vier Jahren
  • Quatertemper
    Vierteljahr
  • Quijtbrief
    Freibrief
  • Quota
    Anteil