Genealogische Fachsprache (B)

  • Bakerrey
    Bäckerei
  • bament
    siehe Bemet
  • Bankert
    Mehrfachdeutungen möglich:
    [1] uneheliches Kind; auch: filius illegitima oder filia illegitima
    [2] »auf der Bank geboren«; im Gegensatz zum »im Ehebett«;
  • Bankhühner
    siehe Abgabe
  • Bastard
    uneheliches Kind; auch: filius illegitima oder filia illegitima
  • Beckernahrung
    Bäckerhandwerk
  • Bede
    (mhd.) Bitte; seit dem 12. Jahrhundert übliche direkte Steuer, die der Landesherr von Fall zu Fall erbittet bzw. erhebt;
    siehe auch Abgabe
  • Bedefahrt
    Wallfahrt
  • Beer
    Eber
  • Begängnis
    Trauerfeier mit Leichenpredigt und Verlesung der Personalien in der Kirche (oft lange nach der Beisetzung)
  • Begerenslude
    Unterhaltsempfänger
  • begraven
    mit einem Graben abgrenzen
  • Behandigung
    Übergabe von Leibgewinnsgütern
  • Beilager
    Hochzeit
  • Beisasse
    Stadtbewohner ohne volles Bürgerrecht
  • Beiwohner
    Stadteinwohner ohne Bürgerrecht
  • Bemet
    Viehweide; auch unter der Bezeichnung «bament« zu finden.
  • Benefizium
    Übergabe eines unveräußerlichen Lehens, im kirchlichen Bereich auch Präbende
  • Bergfaktor
    eigentlich »Bergberaiter«; die Rechnungen der einzelnen Bergwerke prüfender Beamter. Da er meist beritten vom Bergamt aus die Gruben besuchte, deutete der Volksmund »raiten« (= rechnen) als reiten (ähnlich »Hüttenraiter« u. a.)
  • Bergfaktorei
    Einem Magazin für Gruben- und Hüttenmaterialien, das sowohl Bergbauprodukte verkaufte als auch Material für die Gruben ankaufte bzw. beides lagerte
  • Bergquartal
    Grubenabrechnung über Gewinn oder Verlust und Festlegung der Höhe der Ausbeute bzw. Zubuße im Bergamt zu vier Terminen (Vorabend vor Reminiscere, Vorabend vor Trinitatis, am Tage Crusis [Kreuzerhöhung], Lucie) die zugleich Zahltage für das »Quatembergeld« waren.
  • Bergrecht
    Auf »Bergregal«, »Bergbaufreiheit« und »Berkwerkseigentum« als Formen des Unternehmensrechts aufbauende Satzungen, die die Gewinnung und Aufbereitung bestimmter Minerale juristisch regelten.
    Das »Bergregal« stand ursprünglich dem König, seit dem 13. Jh. dem Landesherren (in der »Goldenen Bulle« 1356 dem Kurfürsten zugesprochen) zu. Es trennte die Bodenschätze vom Grundeigentum und wurde gegen Abgaben als Recht zum Abbau der Bodenschätze verliehen.
    Die Grundherren konnten, soweit sie nicht selber abbauten, zur Vergabe dieses Rechtes gezwungen werden. Das führte zur »Bergbaufreiheit«, aus der sich das Erstfinderrecht als unentziehbares Aneignungsrecht entwickelte (= Muter).
    Das Herrschaftsrecht an Unternehmen, die ein Aneignungsrecht an bestimmten Materialien und ein Nutzungsrecht am Grundstück besaßen, war als »Bergwerkseigentum« in das Berggrundbuch eingetragen. Als Betriebsform bildete sich im 13. Jh. die Gewerkschaft heraus. Die Arbeiter wurden zu »Lehnhäuern«; die Kapitalisten bildeten zunehmend allein die »Gewerken«. Ihr ideeller Anteil am Bergwerk (= Kuxe) wurde ins »Berggegenbuch« (=Gegenschreiber) eingetragen.
  • Berufstafel
    Sie beinhaltet als Schwerpunkt den Beruf. Solche Tafeln geben tiefe Einblicke in den sozialen Status einer Familie und zeigt, wie er sich über Generationen verändert hat.
  • Bescheidenheit
    Bedingung, Vorbehalt
  • Besienre
    Zollbeseher
  • bestaden
    verheiraten; läuft auch unter der Bezeichnung »besteden«
  • besteden
    siehe bestaden
  • Besthauptrecht
    Abgabe im Todesfall; vom Eigenmann konnte sein Herr das beste Stück (Vieh, Gewand, Acker, Weide) beanspruchen, die »Kurmude« (siehe auch Abgabe).
  • Bete
    Bitte, Befehl
  • Betuchtigung
    Leibzucht
  • Beunde
    (mhd. bi-unte »Gehege«), durch Einzäunung entzogenes Grundstück einer Allmende.
  • Beurtfahrten
    Reihenfahrt der Schiffe, auch Marktschiffe
  • beygekohrne
    hinzugewählte
  • Bifang
    in der Allmende angelegte Rodung, die in Eigentum übergeht, oft der »Bannmeile« gleich
  • Bilderahnentafel
    Sie stellt eine dekorative Variante der Ahnentafel dar. Grundlage ist, dass Sie genügend Fotos ihrer Vorfahren besitzen und diese in Form einer Ahnentafel angeordnet werden.
  • Billetgelder
    siehe auch Abgabe
  • Blasonierung
    Die sprachliche Beschreibung eines Wappens. Sie sollte so kurz und bündig sein, das ein Heraldiker dieses ohne weiteres aufreißen kann, d. h., das Wappen erstellen kann.
  • Blutsverwandtschaft
    Eine Gemeinschaft, deren einzelnen Personen entweder voneinander oder gemeinsam von demselben Erzeuger abstammen, sich also durch leibliche Blutsgemeinschaft auszeichnen.
  • Boele
    Verwandter
  • Boenderbücher
    Steuermatrikel
  • Boerbuek
    Heberegister
  • Bombasin
    Baumwollgewebe
  • Bönhase
    siehe Störer
  • borgen
    stunden
  • Botenbrot
    Botenlohn
  • Brachet
    Juni
  • Brachmonat
    Juni
  • Brachmond
    Juni
  • Brautkind
    voreheliches Kind
  • Brautlauf
    Eheschließung; aus »Brautkauf«, auch unter der Bezeichnung »Brudlaup« zu finden.
  • Bremmen
    unbebaute Ländereien
  • Broek hure
    Pacht
  • Broeken
    Abgaben, Bußgelder, Strafgelder
  • Brüchten
    Abgaben, Bußgelder, Strafgelder
  • Brudlaup
    siehe Brautlauf
  • Bruggelt
    (von ndrd. brugge »Brücke, Weg«) Weggeld
  • Bruoch
    Kleidungsstück für Hüfte und Oberschenkel
  • Budget
    Haushaltsplan
  • Buele
    Verwandter; auch unter der Bezeichnung »Boele« zu finden
  • Bühel
    Hügel
  • Buhle
    Geliebter, Geliebte
  • Bulle
    mittelalterliche Urkunde; feierlicher päpstlicher Erlass
  • Bundschuh
    Bauernschuh im Mittelalter
  • Burgund
    französische Landschaft und früheres Herzogtum
  • Burgunde
    Angehöriger eines germanischen Volksstammes
  • Buschhafer
    siehe auch Abgabe
  • Bustrophedon
    (griech.) Art des Schreibens, bei der die Schrift abwechselnd nach rechts und links läuft (in alten Inschriften)
  • Buteil
    Handlohn, herrschaftlicher Erbanteil
  • Butscher
    siehe Buttje
  • Buttje
    (norddt.) Junge, Kind
  • Buttjer
    siehe Buttje
  • Buwif
    Pächterin