Berufsbezeichnungen (L)

  • Landbüttel
    Fronbote, Gerichtsdiener
  • Landeshauptmann
    ein Beamter, der für die Verwaltung eines Bezirks oder einer Provinz zuständig war. Teils wurden sie berufen, teils gewählt.
  • Landknecht
    siehe Büttel
  • Lantman
    Beisitzer im Gericht
  • Lechtenmacker
    Kerzengießer
  • Lederbedienter
    siehe Bergmann
  • Leibzüchter
    Ein Leibzüchter sitzt auf dem Altenteil und lebt von der Leibzucht oder der »Leibrente« (auch Leibgedinge), die ihm jemand – wohl oft ein Angehöriger – gewährt. Ein Leibzüchter ist also so etwas ähnliches wie ein Rentner oder Pensionär.
  • Leichensäger
    siehe auch Leichensägerin
  • Leichensägerin
    Mehrfachdeutungen vorhanden:
    1. Eine Frau, die die Leichen versorgt und in den Sarg bettet; früher eine sehr gebräuchliche Bezeichnung für die »Leichenfrau«
    2. eine Leichensägerin ist eine Frau, die die Beerdigungen ansagt, d. h.eine Leiche ansagt. Die Aufgabe als Leichensägerin oder Leichenansagerin war ein Zuverdienst für die Familie.
    3. Sie ging von Haus zu Haus und »sagte« die Beerdigung an. Dafür wurde sie von der Familie des Toten entlohnt.
    4. Ausschnitt aus der Stuttgarter Zeitung vom 17.02.2001 zu einer Ausstellung über das Thema Sterben im Heimatmuseum Münchingen: »[…] Diese Entwicklung wird in der Ausstellung deutlich. So belegen Bilder, dass die Verstorbenen früher tagelang in der Wohnung aufgebahrt wurden. Eine Leichensägerin (abgeleitet vom Verb »sagen«) zog durchs Dorf und unterrichtete die Bewohner von dem Trauerfall. Freunde kamen herbei und verabschiedeten sich von dem Toten an seinem Sterbebett […]«
    5. Sie war nur für weibliche Leichen zuständig, und es gab dazu das männliche Pendant – den Leichensäger, für die männlichen Toten.
  • Leistenschneider
    Ein Leistenschneider stellt Schuhmacherleisten her. Der Leisten ist eine Nachbildung des Fußes, meist aus Holz
  • Leutpriester
    Seelsorger, oft Stellvertreter des Pfründen-Inhabers
  • Loper
    Bote für städtische Aufträge